Kurzprofil Komische Oper Berlin
Ich spiele im Orchester ja zwei Instrumente: Fagott sowie Kontrafagott. Das Kontrafagott ist in gewisser Weise ein Paradiesvogel. es ist ein großes, sehr langes Instrument mit einem besonders tiefen, fast skurrilen Klang. Da hat man die Möglichkeit, im Orchester eine besondere Farbe zu setzen. Das gibt einem an manchen Stellen eine gewisse Narrenfreiheit: für einen kurzen Moment kann man mit so einer – oft sehr sparsam eingesetzten – Klangfarbe in den Vordergrund treten und dann wieder zurück in das sinfonische Meer des Orchester abtauchen. Aber so eine kleine klangfarbliche Extrawurst ab und zu, das gefällt mir. Das Repertoire dafür ist allerdings begrenzt. Meist wird das Kontrafagott in größeren Romantischen Besetzungen verwendet, aber auch in Haydns Schöpfung und der Johannes-Passion von Bach. Sehr genieße ich das Solo in Salome von Richard Strauss. Herrlich! Ich bin sehr froh, dass ich mich vor fünf Jahren entschlossen habe, neben dem Fagott auch noch das Kontrafagott zu spielen. Es hat ein paar Jahre gedauert, bis ich mich bei diesem Instrument wirklich zu Hause gefühlt habe und es mit innerer Freiheit spiele, aber nun genieße ich es sehr. Doch nach wie vor gilt für mich: Das Kleine (das Fagott) ist für das Feine, das Große (das Kontrafagott) ist für das Grobe.
Ein Orchester ist eine Ansammlung von Individuen, die versuchen, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Das Interessante daran ist, dass in so einem Organismus ganz unterschiedliche Charaktere zusammenkommen. Dadurch entsteht eine Spannung, die sowohl zu großer Freud als bisweilen auch zu Leid führen kann. Um das Ganze zusammenzuhalten, ist ein Dirigent/eine Dirigentin unabdingbar – Personen, die eine natürliche Autorität ausstrahlen und sich mit Hingabe dem Einklang widmen. Dafür braucht es auch innerhalb des Orchesters ein fruchtbares Umfeld – die eigene Stimmgruppe etwa. Es ist wichtig, dass man innerhalb seiner Stimmgruppe eine Verbindung pflegt und dass es beim Musizieren einen gemeinsamen Willen gibt: dass man gemeinsam gut spielt und stolz sein kann auf seine Stimmgruppe, in meinem Fall auf den Holzsatz. Manchmal kritisiert man sich auch untereinander, was dazu führt, dass es im Orchester harmonisch bleibt – im weitesten Sinne. Denn wenn man bemerkt, dass etwas nicht stimmt, dann gehen wir ins Stimmzimmer und proben für uns als Gruppe. Keiner kann ohne den Anderen.
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